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1200% mehr Krankheitstage durch Burnout . Wie kann ich mich schützen? Was kann ich tun?

1200% mehr Krankheitstage durch Burnout . Wie kann ich mich schützen? Was kann ich tun?

Immer mehr Beschäftigte fühlen sich erschöpft, leer und ausgelaugt. Wer sich über einen längeren Zeitraum mit solchen Gefühlen bei der Arbeit herumquält, ist „ausgebrannt“, leidet unter Burnout. Burnout ist jedoch kein Persönlichkeitsdefekt, sondern muss immer vor dem Hintergrund der Arbeitsbedingungen gesehen werden.

 

Was ist Burnout?

Erschöpft, leer, total kaputt - wer sich über einen längeren Zeitraum mit solchen Gefühlen bei der Arbeit herumquält, ist "ausgebrannt", leidet unter "Burnout".

Burnout...

...möchte niemand gern eingestehen. Zum einen nagt es, weil es als Versagen empfunden wird, gewaltig am Selbstbild. Zum anderen kann es auch riskant sein, wenn man dem Druck am Arbeitsplatz nicht mehr gewachsen scheint. Denn das wird von Vorgesetzten oft als Leistungsschwäche und Ineffizienz gewertet.

...wird deshalb oft über Jahre hinweg geleugnet und Hilfe erst geholt, wenn bereits eine ernsthafte Erkrankung vorliegt.

...ist kein Persönlichkeitsdefekt und auch kein persönliches Problem - auch wenn dies in der Praxis, wie bei Mobbing, gern so gesehen wird. Denn es ist einfacher, den Betroffenen individuell zu helfen oder sich von ihnen zu "trennen", als die Arbeitsbedingungen in einem Unternehmen oder einer Organisation zu verändern.

...muss immer vor dem Hintergrund der Arbeitsbedingungen gesehen werden. Persönliche Veranlagungen beeinflussen zwar die Fähigkeit, konstruktiv mit psychischen Belastungen und Stress am Arbeitsplatz umzugehen. Scheitert dies jedoch, indem beispielsweise im Betrieb nichts getan wird, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern, dann ist der Weg in eine Burnout-Krise vorgezeichnet.

 

Definition und Merkmale

Wer ausbrennt, muss vorher entflammt gewesen sein!

Der Begriff "Burnout" wurde vor rund 30 Jahren von dem amerikanischen Psychoanalytiker Freudenberger geprägt. Er hatte dieses Phänomen bei besonders engagierten, hochmotivierten, aufopferungsvollen und pflichtbewussten Mitarbeitern alternativer Drogeneinrichtungen entdeckt.

Inzwischen sind nicht nur Menschen in den klassischen Sozialberufen mit ständiger hoher emotionaler Belastung gefährdet, sondern Burnout findet sich ebenso in den Dienstleistungsbereichen mit hohem Kundenkontakt wie auch in anderen Berufszweigen mit hohem Verantwortungsdruck. Die Zeitbombe Burnout tickt: die Leistungs-, Dienstleistungs- und Informationsgesellschaft ist höchst anfällig für Burnoutentwicklungen.

Burnout...

...ist ein Zustand der emotionalen Erschöpfung durch ständige Überanstrengung und Überforderung der eigenen Kräfte. Das Gefühl, ausgelaugt und leer zu sein, beherrscht alles. Schon die einfachsten Tätigkeiten sind mühselig und anstrengend.

...ist das Gefühl, nicht mehr leistungsfähig zu sein und den gestellten Anforderungen nicht mehr genügen zu können.

...ist permanenter Stress mit hohem Energieeinsatz. Er raubt einer Person alle Energie, die nötig wäre, um die Situation zu bewältigen.

...bewirkt Depersonalisation. Menschen, mit denen man beruflich zu tun hat (Patienten, Schüler, Kunden etc.), werden einem gleichgültig - wie Objekte gesehen und behandelt.

...entwickelt sich langsam und schleichend und kann sich über Jahre hinziehen. Burnout wirkt sich auf die Arbeit und das Privatleben aus. 

Woran erkennt man Burnout?

Viele Burnoutbetroffene bemerken erst spät, wie sie in die Burnout-Krise geraten sind, wie aus der engagierten aktiven Person ein angespannter und erschöpfter Mensch geworden ist. Der Beruf, einst Herausforderung und Anerkennung, ist nun Anstrengung und Last, Privat- und Alltagsleben sind ohne Freude und Zufriedenheit. Das gesamte Leben ist überschattet von Resignation und Verbitterung.

Bei Burnout ist die Balance zwischen Arbeitsleben und Privatleben aus dem Lot geraten. Über Jahre hinweg wurden eigene Bedürfnisse und Wünsche missachtet, körperliche und soziale Signale nicht wahrgenommen, sondern auf die leichte Schulter genommen und ignoriert.

Wenn man etwas gegen Burnoutentwicklungen tun will, muss man die Warn- und vor allem spätestens die Alarm-Symptome kennen und erkennen:

Typisch für Burnout sind Veränderungen im Sozialverhalten: deutliche Hinweise sind ein sozialer Rückzug und zunehmende Isolierung, ein abnehmendes Einfühlungsvermögen in Kunden, Klienten, Patienten, ein kontinuierlicher Abbau des beruflichen und sozialen Engagements und der beruflichen Leistungsfähigkeit bei steigender Resignation, Enttäuschung, Verzweiflung.

Typisch für Burnout ist der Phasenverlauf. Nicht jeder Burnoutbetroffene muss notwendigerweise alle Stadien durchmachen und alle Symptome erleben. Manche bleiben über Jahre hinweg in einer Phase, anderen gelingt es, den Teufelskreis zu unterbrechen, indem sie ihr Leben und ihre Einstellungen ändern.

Insbesondere folgende Symptome und Warnzeichen müssen ernst genommen werden, um ein Ausbrennen zu verhindern bzw. zu stoppen:

Burnoutanzeichen und Burnoutsymptomatik (nach Burisch 1994)

Begeisterung und Enthusiasmus in der Anfangsphase

  • Überengagement in der Anfangsphase (unbezahlte Mehrarbeit, extremes Verantwortungsdenken, Gefühl der Unentbehrlichkeit

Reduziertes berufliches Engagement

  • Distanzierung, Desillusionierung, Verlust als Einfühlungsvermögen, verminderte Effizienz, negative Arbeiteinstellung
  • Abbau der Leistungsfähigkeit (Konzentration), Motivation (häufiges Fehlen, Dienst nach Vorschrift),  Kreativität (Phantasie)

Emotionale und psychische Symptome

  • Gefühle des Versagens, Ärgerns und Widerwillens, Schuldgefühle, Gereiztheit und Aggressivität, Frustration, Gleichgültigkeit, Enttäuschung, Resignation, Verbitterung, Gefühle der Hilflosigkeit und Verzweiflung

Psychosomatische Reaktionen

  • andauernde Müdigkeit, Schlafstörungen, häufige Erkältungen und Grippen, Kopfschmerzen , Magen- Darm- Beschwerden

Verflachung des emotionalen, sozialen und geistigen Lebens

  • Gleichgültigkeit, Resignation, sozialer Rückzug und Isolierung in Berufs- und Privatleben, Gleichgültigkeit und Desinteresse, Resignation, Verbitterung

Burnoutanzeichen und Burnoutsymptomatik (nach Burisch 1994)

Begeisterung und Enthusiasmus in der Anfangsphase

Reduziertes berufliches Engagement

Emotionale und psychische Symptome

Psychosomatische Reaktionen

Verflachung des emotionalen, sozialen und geistigen Lebens

 

 


Wie verläuft Burnout?

Ein Burnoutsyndrom entwickelt sich prozesshaft, meist über einen Zeitraum von mehreren Jahren. Die Betroffenen durchleben dabei unterschiedliche Phasen mit vielfältigen Konsequenzen für sich und ihre Umwelt. Was anfangs noch ganz positiv mit viel Engagement und Enthusiasmus beginnt, kann in Überengagement und Überforderung umschlagen. Die Folgen stellen sich schleichend ein: Raubbau an Körper, Geist und Seele.

Besonders schwierig ist es, die Symptome der ersten Phase zu erkennen, da die Übergänge von engagierter Arbeit zu Überlastungen und Überforderungen fließend sind.

Wichtigstes Korrektiv, um aus diesem Teufelskreis zu entkommen ist es, die Krankheit und ihre Signale zu erkennen, sie zu akzeptieren, d. h. sich selbst einzugestehen.

Die Phasen des Ausbrennens:

  • Überengagement in der Anfangsphase (unbezahlte Mehrarbeit, extremes Verantwortungsdenken, Gefühl der Unentbehrlichkeit
  • Distanzierung, Desillusionierung, Verlust als Einfühlungsvermögen, verminderte Effizienz, negative Arbeiteinstellung
  • Abbau der Leistungsfähigkeit (Konzentration), Motivation (häufiges Fehlen, Dienst nach Vorschrift),  Kreativität (Phantasie)
  • Gefühle des Versagens, Ärgerns und Widerwillens, Schuldgefühle, Gereiztheit und Aggressivität, Frustration, Gleichgültigkeit, Enttäuschung, Resignation, Verbitterung, Gefühle der Hilflosigkeit und Verzweiflung
  • andauernde Müdigkeit, Schlafstörungen, häufige Erkältungen und Grippen, Kopfschmerzen , Magen- Darm- Beschwerden
  • Gleichgültigkeit, Resignation, sozialer Rückzug und Isolierung in Berufs- und Privatleben, Gleichgültigkeit und Desinteresse, Resignation, Verbitterung
  • 1.Warnsignale – Erste Erschöpfungsmerkmale und Unzufriedenheit
    Arbeit macht Spaß und stärkt das Selbstwertgefühl. Arbeit ist wichtig, Mehrarbeit kein Thema und persönliche Wünsche und Bedürfnisse rangieren an zweiter Stelle. Berufliche Anforderungen sind persönliche Herausforderungen. Alles ist zu schaffen, die körperliche, geistige und seelische Leistungsfähigkeit wird nicht angezweifelt. Doch nach manchmal jahrelangen Höchstleistungen zeigen sich erste Erschöpfungsmerkmale, die man durch noch größere Anstrengungen "auszugleichen" versucht. Dennoch machen sich Gefühle der Unzufriedenheit in immer kürzer werdenden Zeitabständen bemerkbar und verdichten sich.
  • 2.Wachsende Selbstzweifel – Der Arbeitseifer nimmt ab
    In dieser Phase verändert sich die Einstellung zur Arbeit. Gefühle des Überdrusses werden stärker, Arbeitseifer und Engagement nehmen ab. Auch die Einstellung zu Kunden und Klienten wie auch zu Kollegen verändert sich schleichend: Sie werden als fordernd und anspruchsvoll erlebt. Aus Sympathie und Anteilnahme werden Distanz und wachsende Abneigung. Der Verdienst, der anfangs eine eher untergeordnete Rolle spielte, wird zunehmend wichtiger und scheint in keinem Verhältnis zu der geleisteten Arbeit zu stehen. Gleichzeitig gewinnt das Gefühl die Oberhand, die Dinge nicht mehr richtig im Griff zu haben. Gefühle der Unzufriedenheit wechseln mit depressiven Verstimmungen und wachsenden Selbstzweifeln. Generell verringert sich die psychische und soziale Belastbarkeit. Eigene Wünsche und soziale Beziehungen werden noch stärker vernachlässigt, dafür wird zunehmend öfter zu Genuss- und Beruhigungsmitteln gegriffen.
  • 3.Gleichgültigkeit gegenüber Arbeit und anderen Menschen
    Motivation, Konzentration und Leistungsfähigkeit nehmen ständig weiter ab und münden in einem starken Gefühl der emotionalen und sozialen Leere. Die Betroffenen fühlen sich ausgehöhlt, ausgezehrt und nutzlos und dem Arbeitsalltag kaum noch gewachsen. Versagensängste überschatten den Tag, verleiten dazu, sich von anderen zurückzuziehen. Ein Gefühl des Scheiterns und der Gleichgültigkeit gegenüber Arbeit und anderen Menschen (Kunden, Klienten, Kollegen) wird zur dominierenden Stimmungslage (=Depersonalisation). Psychosomatische Reaktionen (Verspannungen, Magenprobleme, chronische Müdigkeit mit Schlafstörungen etc.) verschlimmern das psychische Befinden, unterhöhlen Leistungsvermögen und Arbeitskraft und führen immer tiefer in einen Zustand der Verzweiflung.
  • 4.Depression und Verzweiflung
    Das Leben erscheint angesichts totaler geistiger, emotionaler und körperlicher Erschöpfung sinnlos und leer. Depression und Verzweiflung überschatten alles, Selbstmordgedanken tauchen auf. Diese Situation ist lebensbedrohend, professionelle medizinische und therapeutische Hilfe dringend geboten.

 

 

 Warum kommt es zu Burnout?

"Globalisierung", "Standortsicherung", "Wettbewerbsfähigkeit", "Unternehmensverlagerung", "Dienstleistungsgesellschaft" sind Schlagworte einer Entwicklung, die zunehmend höhere Arbeitsleistungen, größere Flexibilität bei steigendem Zeit- und Termindruck für die Beschäftigten mit sich bringen. Diese Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt mit seinen unsicheren Arbeitsverhältnissen in Kombination mit schlechtem Betriebsklima und mangelnder Unterstützung durch Vorgesetzte führen zu enormen psychosozialen Belastungen, die sich zu Burnout verdichten können.

Bislang gibt es über die Entstehung von Burnout kein einheitliches Bild. Obwohl noch viele Fragen zum komplexen Burnout-Phänomen offen stehen, besteht in Forschung und Praxis jedoch weit gehend Einigkeit darüber, dass es bei Burnout eine dynamische Wechselwirkung zwischen der Arbeitssituation und persönlichen Dispositionen gibt. Bei Burnout sind beide Faktoren beteiligt: die äußerlichen Belastungen und die inneren seelischen, geistigen und körperlichen Ressourcen eines Individuums.

Es gibt gefährdete Menschen in einer gefährdenden Arbeitswelt.

Burnoutrisiko: Arbeitswelt

Burnout kann auftreten, wenn

  • ... Beschäftigte tagtäglich "Emotions"- bzw. "Beziehungsarbeit" leisten müssen. Das sind nicht nur Angehörige der so genannten "helfenden Berufe" wie Pflegepersonal, Ärzte, Lehrer, Sozialarbeiter, Therapeuten etc., sondern dies gilt auch für Beschäftigte in Berufen, die ständig "mit Menschen zu tun haben".  Das Berufsspektrum erstreckt sich hier von Anwälten über Beschäftigte in CallCentern bis hin zu Erzieher/innen. Der Faktor "Gefühlsarbeit" ist neueren Studien zufolge (Zapf 1999) wesentlich am Ausbrennen beteiligt.
  • ... Beschäftigte ständig überfordert und überlastet werden – sei es durch ständige Personalknappheit, durch wachsenden Zeit- und Verantwortungsdruck, durch ein hohes Arbeitspensum, durch wachsende Arbeitsanforderungen bei fehlender Qualifizierung. Unter dieser Daueranspannung und Dauerbelastung leiden bei allem persönlichen Engagement auf die Dauer Kreativität, Motivation, Leistungsvermögen und Zufriedenheit. Vor allem die Kombination hohes Arbeitspensum, enges Zeitfenster und hohe Verantwortung fördern die Entwicklung von Burnout
  • ... Menschen sich bei der Arbeit kaum entfalten und einbringen können, weil sie nur geringe Entscheidungs- und Handlungsmöglichkeiten und auch kaum Arbeitsinhalte und Arbeitsabläufe zeitlich kontrollieren können. Frustrationen, nachlassendes Engagement und abnehmende Motivation sind dort  vorprogrammiert, wo Beschäftigte nur wenig mit entscheiden, mit bestimmen und mit verantworten dürfen. Burnout hat dort keine Chance, wo die Förderung der Beschäftigten – und damit des Betriebs – Chefsache ist.
  • ... wenn Menschen zu  wenig Anerkennung, zu wenig Lob erhalten. Anerkennung und Würdigung der Arbeitsleistungen erhöht nicht nur Arbeitszufriedenheit und Selbstwertgefühl der Beschäftigten. Wenig Bestätigung von außen und geringe Selbstzufriedenheit bei der Arbeit fördern die innere Kündigung und damit auch ein Entstehen von Burnout.
  • ... Kommunikationskultur und  Betriebsklima zu wünschen übrig lassen, weil Team- und Mitarbeiterorientierung für die Führung keine Rolle spielt. Eine gute betriebliche Kommunikation auf allen Ebenen (im Kollegenkreis und zu Vorgesetzten)  mindert Burnoutrisiken erheblich. In einem angespannten Klima wagen es burnoutgefährdete Beschäftigte kaum, Arbeitsüberlastung zu thematisieren und Verbesserungsvorschläge zu machen.


Berufliche und psychosoziale Folgen
Auf die genannten Faktoren reagieren nicht alle Menschen gleich. Dennoch gehören sie zu den meist genannten Charakteristika, die im Zusammenhang mit Burnout von Betroffenen geäußert werden.
Langsam aber stetig wird der geliebte Beruf zur Bürde, positive Gefühle gegenüber Klienten, Patienten, Kunden verkehren sich ins Negative. Teamarbeit wird zum Ärgernis, Gespräche mit Vorgesetzten zur Belastung. Eine bleierne chronische Erschöpfung und Müdigkeit macht die Arbeit zur Hölle.



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Danke

VON HERZEN

UWE Trevisan



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